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Wenn die Elfe vor Dir steht...

 

 

 

Wenn die Elfe vor Dir steht…

 

 

Stell Dir vor, eine Elfe steht vor Dir und grinst: „Du hast drei Wünsche frei!“ Was wünschst Du Dir dann? Jeder Tag ist Elfentag. Wenn Du erkennst, wer Du bist, erwacht Deine Elfenpower in Dir. Unser größtes Hindernis, diese Magie zu entfalten, sind unsere Denk-, Fühl- und Handlungsroutinen. Wir haben sie von Menschen übernommen, die selbst nicht richtig wussten, wer sie sind. Wir übertragen ihre Routinen auf den gegenwärtigen Moment. Nur sie trennen uns vom Lebenszauber mit einer unendlichen Glückstiefe. Im Routinenebel erkennen wir die Elfe nicht, die uns jeden Morgen wachküsst und charmant sagt: „Du hast heut schon wieder drei Wünsche frei!“

 

 

Die Frage, was wir wollen sollten, wenn uns die Elfe die Glücksfrage stellt, ist im Erziehungssystem nicht vorrangig. Was macht Glück wirklich aus? Und wie hängt das mit meiner Selbsterkenntnis zusammen? Um reflektiert abzuklären: „Was sage ich der Elfe?“ und „Wie verzaubere ich mich vielleicht selbst in eine Elfe?“ hilft Abraham Maslows Bedürfnispyramide weiter. Wir könnten der Elfe Wünsche zu unseren Grundbedürfnissen nach Essen, Trinken, Schlaf, zu unseren Sicherheitsbedürfnissen nach einem Dach über dem Kopf (oder lieber einem ganzen Haus?) sagen. Wir könnten ihr etwas zu unseren sozialen Bedürfnissen nach Liebe oder zu unseren Ichbedürfnissen nach Anerkennung wünschen. Oder entscheiden wir uns lieber für die ganz oben auf der Pyramide angesiedelten Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung und Selbstüberschreitung? Maslow meint mit Selbstüberschreitung Gipfelerfahrungen („peak experiences“): Einheitserfahrungen mit Gott wie sie die großen Mystiker erleben, das Eintauchen in unser volles Potenzial, die höchste Glückserfahrung. Maslow dachte sich bei der Pyramide, sobald die grundlegenden Bedürfnisse gesättigt seien, würden sich Menschen den höheren Bedürfnissen widmen. Doch er sah, dass er sich irrte: Die meisten Menschen blenden lebenslang ihre höchsten Bedürfnisse nach peak experiences und ihrem vollen Potenzial aus und suchen ihr Glück auf den unteren Ebenen. Dadurch werden diese oft überfrachtet: Man will dann zuviel Glück durch Wohnen, Essen, Beziehungen etc. erleben und kann die Brüchigkeit dieser Erfahrungen nicht gelassen hinnehmen und trotz der Mängel für alles dankbar sein, was hier geschenkt wird.

 

 

Ich denke, Maslow und die Mystiker würden Dir für die Elfe folgende drei Tipps geben:

 

 

Elfentipp Nr. 1: Zeig mir den Gipfel der Pyramide!

 

 

Fokussiere Deine Glückssuche zuerst auf den Gipfel der Pyramide, auf die Selbstüberschreitung. Du wirst erleben, wie Beschreibungen von Gipfelerfahrungen viele Deiner gedanklichen Annahmen über das Leben und die Art, wie Du bislang lebst, infrage stellt. Es geht um ein Abenteuer, um einen Aufbruch in eine spannende neue Art zu leben. Beschreibungen findest Du bei Menschen, die diesen Aufstieg bewältigt haben. Packt es Dich? Du hast dasselbe Gipfel-Gen in Dir! Du bist mit ihm geboren. Menschsein ist herrlich! Mach Dein Menschsein nicht abhängig von der derzeitigen Gesellschaft, ihren Gewohnheiten und ihrem Bedarf, von dem her sie ihre Bildungsschwerpunkte setzt. Von Deiner Natur her bist Du freier als die Berge, stärker als die Tiere, schlauer als jeder PC. Vom Gipfel her überschaust Du, welches Potenzial in jedem Menschen noch brach liegt. Faktisch leben wir im Bildungsmittelalter. Dein Leben und Dein Bildungsverständnis wird vom Gipfelerleben her verwandelt werden. Auch Deine Glücksvorstellungen.

 

 

Der Wunsch, das zu werden, was man ist, das höchste Potenzial zu entfalten, macht die großen ewigen Geschichten aus. Sie begegnen uns in jeder Kultur neu. Buddha unterm Bodhibaum ist das Königskind, das aus der lichtvollen königlichen Welt in die physische Verkörperung herabgestiegen ist. Hier erlebt er Leid. Er erkennt: Es wird so lange währen, wie er voller Sympathie und Antipathie sein Glück nur auf den unteren Pyramidenstufen sucht. Das Leiden endet in der Glückserkenntnis: Ich bin ich! Ich bin ein Königskind! Ich habe bislang meine eigenen höchsten Werte nach außen projiziert, mich gespalten. Ich war schon immer das, was ich im Außen suchte!

 

 

Dasselbe erzählt uns Platon in seinem Höhlengleichnis. Der alltägliche Mensch in seinem konventionell begrenzten Selbstverständnis brütet geistig und emotional wie in einer Höhle vor sich hin. Er begnügt sich kleingeistig mit den vielen Ablenkungen, sättigt sich am Schattentheater des Alltags und inzwischen in vielen virtuellen Nebenhöhlen. Platon forderte schon seine antiken Höhlenbrüter dazu auf, die Schattenwelt zu durchschauen, voller Eros nach dem Glück zu suchen und sich der Sonne zuzuwenden, auch wenn die Mithöhlenbewohner mit dem Höhlenprogramm vollauf zufrieden sind. Das volle Glücksprogramm findet sich nur außerhalb der Höhle der kulturellen Konventionen.

 

 

Auch die Story von Harry Potter lebt von der großen Erzählung unseres tiefsten Geheimnisses. Er lebt unter Muggels, ist aber keiner. Selbst wenn man ihn unter die Treppe sperrt, folgt er doch seinem innersten Ruf, ein großer Zauberer zu sein und sich dafür ausbilden zu lassen.

 

 

Jesus meint dasselbe, wenn er von einem Schatz im Acker spricht, vom himmlischen Zustand („Reich“), der inwendig in uns längst da ist. Jesus steht als Prototyp für volles Menschsein vor uns. Jeder von uns ist so gemeint, als Sohn und Tochter Gottes. Das Jesus-Gen ist längst in uns. Es will nur frei geschaltet werden.

 

 

Unsere Sehnsucht danach, bedeutsam, ewig, wunderschön zu sein, weise, voller Ruhe und Kraft, wird uns nicht ruhen lassen, bis wir die richtige Richtung zu leben eingeschlagen haben.

 

 

Wie fühlt es sich an, auf dem Gipfel zu sein? Die Berichte sind zahlreich: Gipfelstürmer des 20. Jahrhunderts wie Yogananda, Irina Tweedie, Reshad Feild und Eckehard Tolle haben Bücher darüber geschrieben. Aber es geht nicht um große einzelne Meister. Es geht darum, wie die Menschheit insgesamt gemeint ist. Jeder ist dazu bestimmt, sein Menschenleben so glücklich zu meistern wie ein Meister, diese volle Größe des Menschseins auf Erden zu erleben. Der Prototyp Jesus realisiert sich in uns. Das ist seine irdische Wiederkunft.

 

 

 

Elfentipp Nr. 2: Lass mich hier dauerhaft leben!

 

 

Mystiker erzählen oft nur von kurzem Gipfelglück. Doch wenn wir uns die am Ziel jedes Menschen angekommenen, dauerhaft gipfelbewohnenden Meister und Gottmenschen wie Buddha und Jesus anschauen, dann zeigen sie uns: Hier gehörst Du dauerhaft hin! Du BIST die Elfe. Das hier oben ist Dein natürliches Habitat.

 

 

Was sagen wir der Elfe? Wollen wir umziehen? Dazu ist es wichtig, mal kurz anzufühlen, wohin der Umzug vom unteren Pyramidenglück ins hohe Pyramidenglück geht. Ziemlich ausführlich berichten „Jedermann-Personen“ wie wir von ihrem Obensein, nachdem sie Nahtoderfahrungen hatten. In der Nahtoderfahrung wird oft das Hirn mit seinen Denk-, Seh-, Fühl- und Handlungsgewohnheiten ausgeschaltet. Dieser Fauxpas katapultiert diese Menschen dann ins große Glück. Eine Jederfrau aus meinem Bekanntenkreis ist Ingrid Maria Bachor (auf Youtube „Endstation Liebe“). Sie hatte auch noch doppeltes Glück: Sie verstarb an ihrer Krebserkrankung – auf Zeit – und kehrte geheilt ins Leben zurück. Menschen wie sie berichten davon, wie klar sie jetzt ihren Alltag, ihre Beziehungen und sich selbst sehen, wie fokussiert sie ihre Entscheidungen fällen, welche neuen Werte sie für ihren Alltag haben und teils auch welche zusätzlichen Elfenfähigkeiten sie mitgebracht haben.

 

 

 

Elfentipp Nr. 3: Verzaubere meinen Alltag!

 

 

Die Spaltung zwischen alltäglichem Glück und Gipfelglück wird nur durch unsere Gedanken fabriziert. Die Elfe kann uns helfen, unseren Alltag mit Gipfelglück zu verzaubern. Ein lustiges Beispiel ist für mich die Japanerin Marie Kondo. Ob sie Mystikerin ist, weiß ich nicht. Aber sie gibt in ihrem Buch „Magic Cleaning“ Aufräumtipps, die ziemlich elfisch sind. Damit wird sogar das lästige Aufräumen zum Glücksflow. Kondo schulmeistert Menschen nicht mit Forderungen wie: Werde ordentlicher! Sondern sie lässt Menschen vollständig sehen, welche Schatzberge sie angehäuft haben auf ihrer Glückssuche durch Kaufen und Sammeln. Nach liebevoller Bewusstwerdung und Verabschiedung wird am Ende nur behalten, was uns die größten Glücksgefühle verschafft.

 

 

Ab der Gipfelerkenntnis des eigenen wahren Wesens erfahren andere Glücksquellen wie Dinge, Beziehungen und Arbeit ihren tieferen Sinn. Sie dienen jetzt dem Ausdruck der schon immer vorhandenen eigenen Schönheit, Weisheit, Liebe, Ruhe etc. Sie werden nicht mehr überfordert, überfrachtet mit dieser Aufgabe, den Wesenskern zu ersetzen.

 

 

Die Elfe in Dir flüstert Dir täglich ins Ohr: Vom Gipfel der Pyramide trennen Dich nur Deine Gewohnheiten, Gefühlsaltlasten und Dich klein machende Gedanken. Die Elfe bist Du längst. Halte Deine Potenziale für wirklicher als Deine Gewohnheiten.