Theologisches Lexikon · 21. März 2018
Zur Lehre Jesu zählt die Aufforderung, „Buße zu tun“. Schaut man sich das griechische Wort für „Buße tun“ an, so hat es nichts mit „in Sack und Asche gehen“ oder Sich-kleinmachen zu tun. Wortwörtlich heißt „Buße“ griechisch „metanoia“ – „umdenken“, „anders denken“, den Sinn neu ausrichten. Genau dieses Umdenken üben Mönche mit ihren mentalen Übungen ein. Der Hauptkampf des christlichen Mönches in den ersten Jahrhunderten galt dem Kampf mit den eigenen...
Theologisches Lexikon · 21. März 2018
„Sünde“ wurde traditionell theologisch als ein Seinszustand verstanden und nicht auf einzelne Handlungen bezogen (ein „ontologischer“ Zustand, kein „ontischer“). Der Sinn des mit „Sünde“ Gemeinten wird gut im Wort „Sonderung“, „Absonderung“ deutlich. Ein „Sünder“ wäre so verstanden ein „Sonderling“. Die Sonderung bezieht sich auf die Trennung von der Quelle allen Seins. Ein Sünder bzw. Sonderling erleidet einen Mangel an Sein. Er verfügt nicht mehr über...
Theologisches Lexikon · 21. März 2018
sind keine Orte, sondern Bewusstseinsqualitäten. Sie sind in uns, hier und jetzt. Insofern müssen wir nicht darauf warten, in den Himmel zu kommen oder fürchten, in die Hölle zu kommen. Unbewusstheit ist ein Mangel an Licht und insofern Hölle. Der Athos-Mönch und erleuchtete Meister Paisios (gest. 1994) sagt über die westliche Kultur, dass sie den verfinsterten Zustand des Menschen zur Normalität erhoben habe. Nur deshalb erscheine ihr der bewusstseinsklare Mensch, der Unglaubliches...
Theologisches Lexikon · 21. März 2018
Jesu Antwort auf die Kreuzigung ist: „Vater vergib Ihnen. Sie wissen nicht, was sie tun.“ (Evangelium nach Lukas Kapitel 23 Vers 34) Das Böse ist das Unbewusste. Der Kampf des Mystikers richtet sich darauf, das niedere und hohe Unbewusste mit dem eigenen Tagesbewusstsein möglichst konstant zu verbinden. Die antike Metapher für Bewusstsein ist „Licht“, die für Unbewusstheit „Finsternis“. Über eine Kultur, die Unbewusstheit erzeugt, heißt es im Evangelium nach Johannes Kapitel...
Theologisches Lexikon · 21. März 2018
Als „transzendent“ erscheint uns etwas, so lange wir nur begrenzt wahrnehmungsfähig sind. „Transzendenz“ ist keine Eigenschaft von „Gott“, „Engeln“, „Verstorbenen“ oder sonstigen spirituellen Wesen oder Welten. „Transzendenz“ ist eine Zuschreibung des wahrnehmungseingeschränkten Subjekts. Der Transzendenzbegriff verweist zurück auf einen wenig oder ungeschulten Geist. Die Wirklichkeit kennt keine Spaltung. Sie ist einheitlich. Daher spricht der Mystiker von...
21. März 2018
Mystik ist der Weg der Schönheit, Einfachheit, Glückseligkeit. Wir als Menschen sind dazu bestimmt, diesen Weg zu gehen, und nur diesen. Unsere Seele schmerzt, wenn wir einen anderen Weg bevorzugen. Wenn wir wieder mit dem Herzen sehen gelernt haben, dann erleben wir wieder den Zauber der Welt, der seit der Kindheit verloren schien. Beispielsweise die Dünen, das Meer sind eine Kathedrale der menschlichen Schönheit. In ihr erhebt sich unsere Seele. Sie wird wieder weit. Sie beginnt zu...
08. Februar 2018
Jeder Mensch ist auf mystische Gipfelerfahrungen hin angelegt, so der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow (1908-1970). Ohne Gipfelerfahrungen kann niemand ganz gesund werden, denn das eigene Wesen wird unzureichend entfaltet, meint Maslow aufgrund seiner Forschung. Maslow, der eigentlich Atheist war, fand heraus: Gipfelerfahrungen stehen jedem Menschen offen, auch mitten im Alltag. „Der Himmel ist überall um uns herum, steht im Prinzip immer zur Verfügung, bereit, für in ein paar...
08. Februar 2018
Du bist auf dem Highway zur Erleuchtung, wenn Du Deinen Geist in einem einzigen Wort fokussierst. Mit Erleuchtung meine ich ein Glücksgefühl, das unabhängig von äußeren Umweltbedingungen aus Dir erstrahlt, und eine gedankliche Klarheit, in der sich Probleme in Lösungen verwandeln. Große Hindu-Meister, Sufis und christliche Kulturstifter gingen diesen Verwandlungsweg. Im Folgenden stelle ich kurz 1: die Gebetstechnik vor, enträtsele 2. ihre mystische Wunderkraft aus wissenschaftlicher...
Neue Reformation durch Mystik · 27. Januar 2018
Mystik erschließt Menschen hier und jetzt den Himmel auf Erden. Sie macht das Unsichtbare sichtbar. Sie macht die für den Himmel Blinden sehend. Sie macht Einsame zu Liebenden, Unwissende weise und Fußvolk autonom. Mystik ist die Revolution des Geistes und der Herzen. Will die Kirche die Gesellschaft umwälzend prägen, dann braucht sie Mystik. Luther befreite einst die Menschen von der Vorherrschaft der Priester und Hierarchien. Er versprach ihnen den direkten Zugang zu Gott im Allgemeinen...

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