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  • Sabine Bobert

Deine Kinder spiegeln Dich

Der folgende Gastbeitrag ist von einer Ärztin zu meinem Emmi-Pikler Video:

Lass deinem Kind die natürliche Bewegung! Barfuss- und Kletterkinder und Emmi Pikler


https://www.youtube.com/watch?v=e3a0RzCE9ME



Hallo liebe Sabine,


ich schreibe Dir zu Deinem Pikler-Video. Glücklicherweise konnte ich mit unserem dritten Kind eine Spielgruppe nach Emmi Pikler in Lübeck besuchen. Ich möchte Dir berichten, daß die Idee der herzverbundenen Beziehung deutlich schwieriger, als Erziehung ist. Ich habe uns Mütter (oder auch Eltern), rückblickend auf die letzten 18 Jahre betrachtet, als vollkommen abgeschnitten von unserer Intuition, unserer Selbstanbindung erlebt.


Bei der Pikler-Idee ist also aus meiner Sicht die Selbstanbindung die Herausforderung. Unseren Kindern zu vertrauen, es ihnen zuzutrauen und staunend ob der Kinderintelligenz und beinahe übernormalen Selbsteinschätzung. Nicht nur in der Objektwahrnehmung, z.B. Treppe, auch die Interaktion zwischen Kindern/ Eltern.


Glücklicherweise durfte ich dies alles in einem geschützten und gehaltenen Rahmen bei Andrea Grosenick erleben. Sie hielt uns Müttern den Raum, wenn wir aus der Selbstanbindung fielen, kaum atmeten oder Puls bekamen, weil unser Baby z.B. kopfüber die Schräge bewältigte, oder mit einem erhobenen Holzlöffel auf ein anderes Kind zu krabbelte.


HNie habe ich in diesem Rahmen erlebt, daß sich ein Kind oder Kinder untereinander verletzt haben. Interessant ist auch zu beobachten, wessen Erregungsschwelle wo liegt, dies ist sehr unterschiedlich. Und herzerwärmend sind die tiefen Blicke der Kinder zu ihren Müttern, wenn sie eine Herausforderung bestehen durften. Doch wie kann es gelingen, diese Beziehung auch im Alltag zu halten??? Aus meiner Erfahrung ist das die größte Herausforderung in unserer Familie. Denn auch heute noch reagieren unsere Kinder mit Krawall (jedweder Art), auf eine mangelnde Selbstanbindung unsererseits. Dies sind die Momente in denen wir die Kinder korrigieren, kritisieren, auffordern….versuchen zu erziehen. Für mich persönlich hat sich herauskristallisiert, daß der Tag einfach zu voll mit Aufgaben ist. Ob diese nun tatsächlich zu erbringen sind oder mein innerer Antreiber die Peitsche schwingt, beides koppelt mich von meiner eigenen Herzverbindung ab und führt dann ins Familienchaos.


Deshalb ist es aus meiner Sicht nicht so wichtig ob das Kind in eine Pikler-Tagesstätte geht, als daß es Bindung zuhause/ bei seinen Bezugspersonen erleben darf. Ich finde es schwierig bis nicht darstellbar bei der heutigen Anforderung ( Arbeit und Familie und so weiter), eine herzverbundene Beziehung in der Familie zu leben und die Kinder somit nicht um ihre vorhandene Selbstsicherheit, Selbstwirksamkeit und universelle Angebundenheit zu bringen.

Meine Wahrnehmung ist, daß auch wir Mütter unserem tiefsten Wissen beraubt werden und belehrt und beschnitten werden. Schwangerschaft und Geburt sind heutzutage ( oder eben vor 18,15 und 11 Jahren), der natürlichen Ordnung entrissen. Das natürlichste wird pathologisiert, die Angst beginnt mit dem positiven Schwangerschaftstest…wie meine Freundin einst sagte. Wie sehr bewundere ich die Geburten unserer Tiere, unsere Henne die ihre Küken aus tiefstem Wissen heraus aufzieht und führt, unsere Katze, die ihre Babys gebärt, sie versorgt und aufzieht, und das alles, ohne ein Buch oder ein Tutorial zu kennen… Wahnsinn. Umso glücklicher für mich, dies alles mit erfahren zu dürfen und mir auch hin und wieder , wie ein kleiner Blitz, meiner Einbindung in den Kosmos bewußt zu sein.

Wenn Du Lust hast, guckst du mal hier https://in-bindung-leben.de/

Und/ https://www.andrea-grosenick.de/


Liebe Grüße A.


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