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Allein ohne Verlust. Über ein anderes Verständnis von Zugehörigkeit
Die Vogelscheuche des Solo-Menschen Alleinsein wird von vielen gefürchtet und kulturell meist negativ bewertet. Man wird bedauert für den Mangel an Partnerchen. Dem Solo-Menschen fehle es angeblich an Spiegelung und Resonanz. Die Abweichung von der sozialen Norm muss unbedingt als Verlust gedeutet werden statt als Gewinn. Doch wer den Schritt aktiv gewagt hat, statt durch Betrug oder Verlust als Opfer dorthin geschwemmt worden zu sein, erlebt die Gewinnerseite. Die loser-Deut
sabinebobert
9. Apr.4 Min. Lesezeit
Die weibliche Lebensschuld ohne Ursache
Viele Frauen empfinden sich als schuldig, wenn sie zweckfreie Zeit genießen. Es gibt eine Schuld, ohne Vorwurf oder Tat. Sie ist der Beweis dafür, wie sehr man gebraucht wird. Sie stellt sich ein, wenn eine Frau geht, ohne jemanden zu reparieren oder lebt ohne zu sich zu erklären. Diese Schuld wirkt stark, obwohl sie keinem Schadensschema folgt. Diese Schuld erwächst nicht aus falschen Taten sondern daraus dass etwas nicht mehr weiterläuft. Erwartungen greifen ins Leere. Frau
sabinebobert
12. März2 Min. Lesezeit
Die höfliche Gewalt
Wie Zivilisiertsein Übergriffe unsichtbar macht Meist stellt man sich Gewalt als laut vor. Sie sei explosiv und eine merkliche Grenzüberschreitung. Doch die wirksamste Gewalt benötigt weder Drohen noch sichtbare Tat. Sie bleibt höflich. Höflichkeit als getarnte Gewalt Höflichkeit ermöglicht Nähe, verhindert Eskalation und gilt als zivilisatorischer Fortschritt. Sie wirkt wie sozialer Schmierstoff. Doch genau darin liegt ihre Tarnkraft. Sie verschleiert Macht und übersetzt Übe
sabinebobert
9. März2 Min. Lesezeit
Radikale Umkehr mit Byron Katie. Über die Eleganz der Selbstbefragung
Es gibt spirituelle Lehrer wie Ken Wilber, die ganze Welten entwerfen. Byron Katie hingegen verzichtet darauf. Sie stellt nur vier Fragen. Eine dieser wichtigen Fragen lautet: „Ist das wahr?“ Mit dieser Schlichtheit beginnt ihr gesamtes System, das sie „The Work“ nennt. Vier Fragen. Mehr nicht. In einer spirituellen Landschaft voller Kosmologien, Energiefelder und Bewusstseinsstufen wirkt das beinahe asketisch. Genau darin liegt ihre Kraft. Die Reduktion auf den Gedanken Byro
sabinebobert
7. März3 Min. Lesezeit
Der Traum, der sich selbst träumt
Warum moderne Zeichentrickfilme alte Märchen brauchen Die großen Animationsfilme starten selten auf einem unbeschriebenen Blatt. Sie leben von einem alten Erbe. Ein Mädchen schläft hundert Jahre. Ein Kind verirrt sich im Wald. Wir kennen die Geschichten längst bevor der Film beginnt. Genau deshalb funktionieren sie. Die frühen Produktionen von Walt Disney Productions greifen nicht aus Einfallsmangel auf die Märchen der Brüder Grimm oder von Charles Perrault zurück. Sie wählen
sabinebobert
6. März3 Min. Lesezeit
Lesen als unsoziale Praxis. Ein stiller Akt des Widerstands
Lesen gilt als harmlose, leise Beschäftigung, mit der man niemanden stört. Doch Lesen eignet etwas zutiefst Unsoziales. Man wird nicht zum Misanthropen. Doch man weigert sich, ständig verfügbar zu sein. Unsozial heißt nicht adressierbar zu sein Wer sich sozial zeigt, ist adressierbar, im Sinne von angesprochen und gemäß Erwartung eingebunden sein. Lesen entzieht sich der Adressierung. Wer liest, antwortet nicht und positioniert sich nicht. Er ist zwar da, doch nicht mehr grei
sabinebobert
4. März2 Min. Lesezeit
Die Herkunft des Sinns
Ein Gegenentwurf zu Ernest Becker´s kulturpsychologischem Werk „The Denial of Death“ (1974) Der Mensch wird nicht, wie bei Becker, durch die Angst vor dem Tod geprägt. Er wird viel alltäglicher durch die Angst geformt, keinen Ort zu haben. Noch bevor ihm klar wird, dass er sterben kann, erfährt er, wie schnell Nähe verschwinden kann. Ein Baby fürchtet noch nicht die Endlichkeit. Doch es erlebt das Ausbleiben der Antwort. Seine erste metaphysische Erfahrung ist nicht ein Nicht
sabinebobert
2. März2 Min. Lesezeit
Der Druck, lebendig zu sein
Früher fürchtete man, das Leben zu verpassen. Heute fürchtet man, es nicht intensiv genug zu leben. Die Gegenwart verlangt nicht nur teilzunehmen. Man soll ergriffen sein. Handeln genügt nicht. Man muss dabei klar, wach und authentisch etwas spüren. Der Alltag soll leuchten. Wirkt er mal unscheinbar, dann hast du ihn falsch organisiert. So herrscht ein neuer Imperativ: Sei lebendig! Er klingt vielverheißend und lastet wie eine Pflicht. Die Moral der Intensität Das moderne Leb
sabinebobert
1. März3 Min. Lesezeit
Vom Fegefeuer zum pädagogisierten Jenseits. Eine alte Logik im neuen Gewand
Das Jenseits bleibt ein pädagogischer Raum Auf den ersten Blick könnten die Unterschiede kaum größer sein. Hier das mittelalterliche Fegefeuer: ein Ort der Reinigung durch Schmerz, Zeit und Leiden. Dort das moderne, spirituell weichgezeichnete Jenseits: lichtvoll, liebevoll und entwicklungsorientiert. Und doch verbindet beide Konzepte eine erstaunlich stabile Grundfigur, nämlich die Idee, dass das Jenseits nicht ganz anders ist sondern erzieherisch . Es korrigiert, es formt,
sabinebobert
27. Feb.3 Min. Lesezeit
Der endlose Vorraum
Zu „Das Schloss“ von Franz Kafka Es gibt zwei Arten, einen Menschen fernzuhalten. Man kann ihm den Eintritt verbieten. Oder man kann ihn warten lassen. Das Verbot wirkt hart aber klar. Das Warten kommt weich und unerschöpflich. Im „Schloss“ lebt K. nicht ausgeschlossen sondern im Aufschub. Er harrt nicht vor einer verschlossenen Tür aus. Er steht in einem Gebäude aus Türen. Die neue Machtform Frühere Ordnungen hatten Grenzen. Man wusste wo man nicht hineindurfte und genau das
sabinebobert
26. Feb.3 Min. Lesezeit
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