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Vom Fegefeuer zum pädagogisierten Jenseits. Eine alte Logik im neuen Gewand
Das Jenseits bleibt ein pädagogischer Raum Auf den ersten Blick könnten die Unterschiede kaum größer sein. Hier das mittelalterliche Fegefeuer: ein Ort der Reinigung durch Schmerz, Zeit und Leiden. Dort das moderne, spirituell weichgezeichnete Jenseits: lichtvoll, liebevoll und entwicklungsorientiert. Und doch verbindet beide Konzepte eine erstaunlich stabile Grundfigur, nämlich die Idee, dass das Jenseits nicht ganz anders ist sondern erzieherisch . Es korrigiert, es formt,
sabinebobert
vor 5 Stunden3 Min. Lesezeit
Der endlose Vorraum
Zu „Das Schloss“ von Franz Kafka Es gibt zwei Arten, einen Menschen fernzuhalten. Man kann ihm den Eintritt verbieten. Oder man kann ihn warten lassen. Das Verbot wirkt hart aber klar. Das Warten kommt weich und unerschöpflich. Im „Schloss“ lebt K. nicht ausgeschlossen sondern im Aufschub. Er harrt nicht vor einer verschlossenen Tür aus. Er steht in einem Gebäude aus Türen. Die neue Machtform Frühere Ordnungen hatten Grenzen. Man wusste wo man nicht hineindurfte und genau das
sabinebobert
vor 2 Tagen3 Min. Lesezeit
"Ein Kurs in Wundern" - Das System der Vergebung
Die Eleganz der Entwirklichung Es gibt spirituelle Texte die trösten wollen. Dann wieder andere die wollen erheben. Und es gibt Texte, die die Wirklichkeit selbst auflösen wollen. „Ein Kurs in Wundern“ gehört zu dieser letzten Kategorie. Seine Grundbehauptung ist radikal: Die Welt wie wir sie erleben ist eine Projektion des getrennten Geistes. Schuld ist eine Illusion, ebenso Angriff und Körperlichkeit. Die Trennung von Gott fand nie statt. Das ist theoretisch kühn und psycho
sabinebobert
vor 3 Tagen3 Min. Lesezeit
Die bewohnbare Lüge
Über gesellschaftliche Träume und den Preis, sie zu leben – zu „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller Jede Gesellschaft erzählt sich eine Geschichte darüber, warum es sich lohnt, morgens aufzustehen. Diese Geschichte ist selten wahr. Aber sie gilt als bewohnbar. Sie erklärt, warum Mühe Sinn hat, warum Aufschub von eigenen Wünschen belohnt wird und weshalb eine belastende Gegenwart erträglich sei. Man könnte sie Mythos nennen, Leitbild oder Ideologie. Im Alltag ersch
sabinebobert
vor 5 Tagen3 Min. Lesezeit
Die Kirche als Untoter
Die evangelische Kirche als Institution ohne Gegenwart Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist nicht tot. Und genau das ist ihr Problem. Sie existiert weiter, zuverlässig, geordnet und rechtlich abgesichert. Ihre Gebäude stehen oder werden verkauft, ihre Gremien tagen, ihre Haushalte werden geplant und es werden Stellungnahmen verfasst. Sie beschäftigt Hunderttausende, besitzt Land und Immobilien und ist ein wirtschaftlicher Faktor. Und doch wirkt sie auf viele, als
sabinebobert
20. Feb.4 Min. Lesezeit
Die soziale Ächtung von Klarheit
Klarheit argumentiert nicht. Sie steht einfach im Raum. Sie behauptet nicht: Ich habe recht. Sondern sie beschreibt: So war es. Sie pocht nicht einmal auf Zustimmung. Und begründet die Fakten nicht weiter. Das ist sozial kaum auszuhalten. Denn soziale Räume setzen auf Mitspielbarkeit . Sie wollen vieles offenlassen, damit alle bleiben. Sie weichen Ränder auf und lieben Andeutungen. Wer klar spricht, raubt andern Ausweichbewegungen. Er begnügt sich nicht mit eleganten Verschie
sabinebobert
18. Feb.3 Min. Lesezeit
Leben ohne Erlösungsfigur - Co-Text
Den Co-Text der Waldmystikerin zu meinem Text findet Ihr hier, unter meinem ursprünglichen Text https://www.mystik-und-coaching.de/post/leben-ohne-erl%C3%B6sungsfigur-wenn-gegner-und-der-kampf-sterben
sabinebobert
16. Feb.1 Min. Lesezeit
Ken Wilbers Sehnsucht nach Ordnung. Gegen die Leiter
Es gibt Denker, deren Modelle trösten noch bevor man sie verstanden hat. Denn sie versprechen, dass alles irgendwo seinen Platz hat . Ken Wilber gehört zu ihnen. Wer Wilber liest, nimmt nicht nur Inhalte auf. Man liest seine Architektur. Man folgt über Stufen, hinein in Ebenen, navigiert durch Quadranten, entdeckt Linien und sieht Farben. Man ordnet ab da Erlebtes in Entwicklungslogiken ein. Man darf ab jetzt in einem Gebäude wohnen, in dem nichts verloren gehen wird: weder R
sabinebobert
14. Feb.3 Min. Lesezeit
Eckehart Tolle und die Kunst, nichts mehr zu verlangen. Die sanfte Stillegung
Es gibt Lehrer, die sprechen um Menschen etwas Veränderndes zu sagen. Und es gibt Lehrer, die sprechen um zu beruhigen. Eckhart Tolle gehört zu dieser zweiten Kategorie. Man kann ihm lauschen wie Regentropfen. Das ist nichts Bedrohliches. Nichts muss sich dringend ändern. Man muss keine erschreckenden Erkenntnisse befürchten. Und genau darin liegt sein Erfolg. Eine Stimme für erschöpfte Zeiten Tolles Stimme stört seine Botschaft nicht. Sie ist die Botschaft: langsam, gedämpft
sabinebobert
12. Feb.3 Min. Lesezeit
Beziehung als Normierungsinstanz.Wenn Nähe nicht mehr frei ist
Beziehungen gelten als Gegenwelt zur Ordnung, als heiler Hort des Privaten. Man hofft auf sie als Heilungsort, weil sie endlich einen Raum bieten in dem man nicht mehr funktionieren muss. Doch diese Hoffnung trügt. Denn Beziehungen sind längst zu Normierungsinstanzen geworden. Nähe ist nicht mehr voraussetzungslos Es gab eine Zeit, in der Nähe noch unverfügbar und nicht planbar war. Sie war etwas, das geschah. Heute wird Nähe an Bedingungen geknüpft wie Reflexionsbereitschaft
sabinebobert
11. Feb.2 Min. Lesezeit
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