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Autotelie – die radikalste Form der Freiheit
(Aus meinem Buch über Autotelie bzw. den spielerischen Menschen. Erscheint 2026) Freiheit wird oft als Wahl verstanden oder als Selbstverwirklichung oder Autonomie. Autotelie (vom griechischen autos telos – in sich das Ziel haben) geht tiefer. Sie ist Freiheit vor der Wahl, vor dem Ziel, vor der Rechtfertigung. Leben als Mittel Unter Gewalt wird Leben zum Mittel. Man lebt um zu vermeiden, um zu sichern oder um zu überstehen. Diese Zweckhaftigkeit bleibt oft erhalten, lange
sabinebobert
4. Jan.2 Min. Lesezeit
Warum die meisten Menschen nicht aufwachen
Aufwachen ist kein Erkenntnisprozess Ein Vorurteil lautet: Menschen wachen nicht auf, weil sie zu bequem, angepasst oder mit Mittelmaß zufrieden sind. Diese Antwort gibt aus meiner Sicht den Falschen die Schuld. Aus meiner Beobachtung wachen die meisten nicht auf, weil sie strukturell dabei auf zuviel Widerstände stoßen. Aufwachen ist in dieser Kultur kein tragfähiger Zustand. Aufwachen hat wenig mit Nachdenken oder Lesen zu tun. Es bedeutet, sich selbst nicht mehr zu verlass
sabinebobert
4. Jan.2 Min. Lesezeit
Von Güte die trägt und Güte die bricht
Über spirituelle und kirchliche Moral Es gibt Grausamkeit, die kommt nicht gewaltsam sondern als Güte einher. Sie verbreitet Forderungen, die freundlich formuliert sind, mitunter sogar als Einladung. Heutige spirituelle oder auch kirchliche Moral wirkt selten brutal. Sie duftet sanft mit ihren blumenreichen Sätzen über Liebe, Vergeben und Hoffen. Genau in dieser Sanftheit liegt ihre Gefährlichkeit. Sie bittet statt strafend zu sein. Sie wiederholt und erinnert statt zu dränge
sabinebobert
3. Jan.3 Min. Lesezeit
Über die Gewalt religiöser (und spiritueller) Sprache
(Aus meinem Buch über Post-traumatische Spiritualität) Es gibt Gewalt, die schreit. Und es gibt Gewalt, die spricht. Die zweite ist schwerer zu erkennen. Denn sie droht nicht sondern sie deutet. Sie befiehlt nicht. Ihr Werkzeug sind Sätze, die gut gemeint sind. Sie verletzt nicht durch respektlose Lautstärke sondern durch ein Zuviel an Nähe. Religiöse Sprache zählt zu dieser zweiten Form. Sie will Menschen nahetreten um zu trösten, zu ordnen, zu öffnen. Sie meint es gut, wenn
sabinebobert
3. Jan.3 Min. Lesezeit
Nach dem Sinn.Warum posttraumatische Spiritualität kein Sonderfall für Randgruppen ist
(Mein Buch über post-traumatische Spiritualität und Theologie wird 2026 erscheinen.) Traumatisierte als Randgruppe oder Normalfall? Es wäre zu optimistisch, zu glauben, dass ich eine post-traumatische Spiritualität (und Theologie) nur für Randgruppen entwickele, als bedürften nur diese einer besonderen Schonung und Sensibilität. Ich entwickele sie als Aufdeckung einer traumatischen Normalität . Mir ist deutlich geworden wie universal Traumata bei den Menschen die ich begleite
sabinebobert
2. Jan.6 Min. Lesezeit
Den Innenraum entlasten oder deuten?
Die vielleicht schwierigste Einsicht lautet: Nicht jede Befreiung braucht Öffnung. Viele Systeme, darunter therapeutische, spirituelle und soziale, setzen auf Öffnung. Man soll erzählen, durcharbeiten, in Gruppen teilen. Doch Öffnung macht verletzlich, und Verletzlichkeit erzeugt Abhängigkeit oder auf der anderen Seite auch Abwehr. Ich schlage eine andere Form der Entlastung vor, die mir bislang kaum begegnet ist. Sie besteht darin, den Zugriff auf den Innenraum endlich einz
sabinebobert
31. Dez. 20251 Min. Lesezeit
Über Heimatlosigkeit und den Verzicht auf falsche Heimaten
Heimatlosigkeit betrifft heute nicht nur Vertriebene, Migranten oder sozial entwurzelte Menschen. Auch Menschen mit Beruf, Wohnung, Beziehungen und Bildung können äußerlich ´angekommen´ sein und sich doch entwurzelt fühlen. Diese Heimatlosigkeit ist kein inneres Versagen sondern eine Zeitdiagnose . Heimat war nie nur ein Ort Heimat wird meist räumlich verkürzt auf ein Dorf, eine Landschaft, Sprache oder Herkunft. Doch dann bleibt unerklärt, wieso sich Menschen auch dort heima
sabinebobert
31. Dez. 20253 Min. Lesezeit
Leitbilder vs. Entlastungsbilder. Vom spielerischen Menschen
Unsere Kultur ist reich an Leitbildern. Medien zeigen Magier wie Harry Potter, Helden, Bühnenstars, Rebellen, Visionäre. Was dabei mangelt sind Menschen, die einfach so leben . Allen dominanten Leitbildern ist eines gemeinsam: Sie stellen die Frage nach Ruf, Mission, Bewährung. Sie verteilen Aufgaben. Selbst ein faktisches Anderssein muss dann gestaltet werden. Leitbilder wecken nicht nur Phantasien. Sie strukturieren Lebenszeit. Nimmt man ihre Aufgabe an, dann füllen sie uns
sabinebobert
30. Dez. 20251 Min. Lesezeit
Gefährliche Nähe, gesunde Nähe
Über zwei vollkommen verschiedene Arten, verbunden zu sein Es gibt Nähe die einen anzieht. Und es gibt eine Nähe, die trägt. Von außen betrachtet sind sie verwechselbar, doch von innen her erlebt könnten sie kaum verschiedener sein. Die gefährliche Nähe beginnt selten mit Schmerz. Sie lockt meist mit Bedeutung. Sie vermittelt einem das Gefühl, dass etwas zählt und dass diese Begegnung mehr sei als als andere. Doch schon der Anfang enthält etwas von Dringlichkeit: dass hier e
sabinebobert
30. Dez. 20253 Min. Lesezeit
Warum Fortschritt kein Zeitbegriff ist
(Essay zu meinem Buch über ZEIT-Erleben. Erscheint 2026) Der Begriff 'Fortschritt' gehört zu den mächtigsten Selbstverständlichkeiten der Moderne. Kaum etwas wird so selten hinterfragt und gleichzeitig bis zum Verschleiß benutzt. ´Fortschritt´ gilt als wegweisender Richtunggeber voller Versprechen. Vor allem aber wirkt er als steuernder Begriff . Das pure Namedropping suggeriert, Zeit gehe voran. Und diese Bewegung erzeuge fortschreitenden Fortschritt. Doch genau darin liegt
sabinebobert
30. Dez. 20254 Min. Lesezeit
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