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Leben ohne Erlösungsfigur. Wenn Gegner und der Kampf sterben
(aus meinem Buchprojekt: Posttraumatisch leben) Der erlösende Gegner Erlösungsfiguren sind selten so beschaffen wie man sie sich klischeehaft ausmalt. Sie kommen im Alltag nur selten als Guru, göttlich oder mit Heilsversprechen daher. Oft treten sie als Gegner auf. Damit meine ich jemanden, gegen den man lebt. Die unsichtbare Bindung Man glaubt von sich, man habe sich längst befreit, sei es von der Mutter, Systemen, Ideologien oder einem Täter. Erst viel später wird klar: Ich
sabinebobert
3. Feb.9 Min. Lesezeit
Herausgehen aus dem Betrogensein
Vier Essays vom Wahrnehmen hin zum Gehen (Aus meinem Buchprojekt: Beziehungen und Freundschaft) I. Die unerwünschte Frau Sie wird nicht verlassen, nicht am Anfang. Am Anfang wird sie nicht mehr gemeint . Der Mann ist noch da. Er sitzt mit ihr am Tisch. Er fährt mit ihr in den Urlaub. Er schläft neben ihr. Und doch ist etwas fort. Nicht sichtbar, nicht beweisbar, doch spürbar. Es ist noch nicht denkbar. Doch der Körper spürt: Etwas stimmt nicht mehr. Viele leise Signale sind s
sabinebobert
31. Jan.4 Min. Lesezeit
Ikonen als therapeutische Gegenkultur in einer ästhetisch attackierendenWelt
(Aus meinem Buchprojekt über Pavel Florenskijs Buch "Ikonostase" - ins Heute übertragen) Die sanfte Sprengkraft des Heiligen Es gibt Räume, in denen die Zeit auf Zehenspitzen geht. In denen selbst das Licht zu lauschen scheint. Eine Ikone steht in einer Fensternische. Sie mag nicht groß sein. Vielleicht zeigt sie nur ein gold umstrahltes Antlitz. Nicht einmal eine Kerze muss vor ihr entzündet sein. Doch dieser unscheinbare Gegenstand aus einer alten Welt besitzt eine therapeu
sabinebobert
24. Jan.4 Min. Lesezeit
Warum Klöster fehlen und was Städte ersetzen
Das Verschwinden eines Ortes für das Unverfügbarsein Klöster waren nie bloß religiöse Gebäude. Sie waren Institutionen des Entzugs . Dies meint Orte, an denen sich Menschen aus den Zirkulationen von Macht, Markt, Vergleichen und Beschleunigen herausnahmen. Nicht um zu fliehen sondern um etwas zu ermöglichen, was außerhalb kaum möglich war: eine andere Zeit, eine andere Aufmerksamkeit und ein anderer Umgang mit sich selbst. Mit dem Verschwinden der Klöster verschwand nicht der
sabinebobert
19. Jan.3 Min. Lesezeit
Der Retter, der nie kam
Warum Märchen Männern Erlösung zuschreiben und Mädchen das Warten lehren Märchen sind nicht so harmlos wie sie scheinen. Sie prägen früh Erwartungen. Eine der hartnäckigsten davon lautet: Männer retten. Frauen werden gerettet . Dieses Motiv lebt in Disney, Hollywood und Serien fort. Es wurde so oft erzählt, dass es kaum hinterfragt wird, obgleich es im Alltag täglich widerlegt wird. Darin liegt seine Macht. Der männliche Retter als kulturelle Fiktion Dass Männer in Märchen al
sabinebobert
16. Jan.3 Min. Lesezeit
Der Ort, von dem Meister Eckhart spricht
Über existenzielle Sicherheit, ungebrochene Gegenwart und den Unterschied zu Evagrius Es ist ein stiller Irrtum der Mystikrezeption, Meister Eckhart als jemanden zu lesen, der einen Weg beschreibt . Denn er beschreibt statt dessen einen Ort , und an diesem befindet er sich bereits. Für Eckhart ist dieser kein innerer Gipfel am Ende eines asketischen Aufstiegs sondern ein existentiell gesichertes Sein . Hier drängt nichts, auch nicht seine Sprache. Um den Ort von Eckharts Meta
sabinebobert
11. Jan.5 Min. Lesezeit
Mystik-Salon Abende 2026 zu meinen neuen Büchern 2026
Eine aktuellere Version findest Du hier (mit Terminen bis Dezember 2026): https://www.mystik-und-coaching.de/mystik-salon-abende Wofür ich stehe: „Ich arbeite mit Leben ohne Deadline.“ „Nicht alles im Leben ist ein Projekt mit Abgabefrist.“ „Manche Menschen leben nicht im Kalender, sondern im Körper.“ „Gegenwart ist kein Moment – sie ist ein Zustand.“ „Ich glaube nicht an Fortschritt im Inneren.“ Du willst schon jetzt in die Gedankenwelt meiner neuen Bücher 2026 eintauchen? I
sabinebobert
7. Jan.2 Min. Lesezeit
Die Kultur der Zumutung
Warum das Leid nicht im Menschen sitzt Es gibt eine stille Verschiebung, die kaum jemand bemerkt. Sie hat nichts mit Ideologien zu tun, nichts mit Moral oder persönlichem Versagen. Sie gedeiht darin, dass man das, was früher Zumutung genannt wurde, heute mit Normalität bezeichnet. Eine Kultur mag noch nicht grausam sein, nur weil sie brutal ist. Grausamkeit erwächst jedoch daraus, wenn selbstverständlich wird, dass niemand mehr fragt ob sie tragbar ist . Die Fraglichkeit ve
sabinebobert
7. Jan.2 Min. Lesezeit
Warum Distanz manchmal die ehrlichste Form von Nähe ist
Das moderne Missverständnis von Nähe Es gibt ein modernes Missverstandnis von Nähe. Es lautet: Nähe sei gut. Je mehr Nähe, desto besser. Dieses Missverständnis ist tief verankert, psychologisch, kulturell und spirituell. Es lastet auf Liebesbeziehungen, Freundschaften, Seelsorge und Gemeinschaften. Doch übersieht es etwas Entscheidendes: Nähe ist niemals neutral. Nähe bedeutet Zugriff. Nicht unbedingt böse sondern eher unbewusst und liebevoll gemeint. Wer nahekommt nimmt wahr
sabinebobert
6. Jan.2 Min. Lesezeit
Identität ist kein Narrativ sondern ein Zustand
Die moderne Welt liebt Geschichten. Sie liebt Anfänge, Wendepunkte, Krisen und Auflösungen. Und sie schreibt in uns selbst gern Geschichten ein. Wer uns fragt „Wer bist du“, will meist wenig über unseren gegenwärtigen Zustand hören. Er wartet auf die Erzählung: Woher kommst du, was hat dich geprägt, wohin bist du unterwegs? Identität erscheint dann als Plot. Doch vielleicht ist genau das der Irrtum. Vielleicht ist Identität gar kein Narrativ. Vielleicht ist sie ein Zustand. D
sabinebobert
5. Jan.4 Min. Lesezeit
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