top of page

Suche
Die bewohnbare Lüge
Über gesellschaftliche Träume und den Preis, sie zu leben – zu „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller Jede Gesellschaft erzählt sich eine Geschichte darüber, warum es sich lohnt, morgens aufzustehen. Diese Geschichte ist selten wahr. Aber sie gilt als bewohnbar. Sie erklärt, warum Mühe Sinn hat, warum Aufschub von eigenen Wünschen belohnt wird und weshalb eine belastende Gegenwart erträglich sei. Man könnte sie Mythos nennen, Leitbild oder Ideologie. Im Alltag ersch
sabinebobert
22. Feb.3 Min. Lesezeit
Die Kirche als Untoter
Die evangelische Kirche als Institution ohne Gegenwart Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist nicht tot. Und genau das ist ihr Problem. Sie existiert weiter, zuverlässig, geordnet und rechtlich abgesichert. Ihre Gebäude stehen oder werden verkauft, ihre Gremien tagen, ihre Haushalte werden geplant und es werden Stellungnahmen verfasst. Sie beschäftigt Hunderttausende, besitzt Land und Immobilien und ist ein wirtschaftlicher Faktor. Und doch wirkt sie auf viele, als
sabinebobert
20. Feb.4 Min. Lesezeit
Die soziale Ächtung von Klarheit
Klarheit argumentiert nicht. Sie steht einfach im Raum. Sie behauptet nicht: Ich habe recht. Sondern sie beschreibt: So war es. Sie pocht nicht einmal auf Zustimmung. Und begründet die Fakten nicht weiter. Das ist sozial kaum auszuhalten. Denn soziale Räume setzen auf Mitspielbarkeit . Sie wollen vieles offenlassen, damit alle bleiben. Sie weichen Ränder auf und lieben Andeutungen. Wer klar spricht, raubt andern Ausweichbewegungen. Er begnügt sich nicht mit eleganten Verschie
sabinebobert
18. Feb.3 Min. Lesezeit
Leben ohne Erlösungsfigur - Co-Text
Den Co-Text der Waldmystikerin zu meinem Text findet Ihr hier, unter meinem ursprünglichen Text https://www.mystik-und-coaching.de/post/leben-ohne-erl%C3%B6sungsfigur-wenn-gegner-und-der-kampf-sterben
sabinebobert
16. Feb.1 Min. Lesezeit
Ken Wilbers Sehnsucht nach Ordnung. Gegen die Leiter
Es gibt Denker, deren Modelle trösten noch bevor man sie verstanden hat. Denn sie versprechen, dass alles irgendwo seinen Platz hat . Ken Wilber gehört zu ihnen. Wer Wilber liest, nimmt nicht nur Inhalte auf. Man liest seine Architektur. Man folgt über Stufen, hinein in Ebenen, navigiert durch Quadranten, entdeckt Linien und sieht Farben. Man ordnet ab da Erlebtes in Entwicklungslogiken ein. Man darf ab jetzt in einem Gebäude wohnen, in dem nichts verloren gehen wird: weder R
sabinebobert
14. Feb.3 Min. Lesezeit
Eckehart Tolle und die Kunst, nichts mehr zu verlangen. Die sanfte Stillegung
Es gibt Lehrer, die sprechen um Menschen etwas Veränderndes zu sagen. Und es gibt Lehrer, die sprechen um zu beruhigen. Eckhart Tolle gehört zu dieser zweiten Kategorie. Man kann ihm lauschen wie Regentropfen. Das ist nichts Bedrohliches. Nichts muss sich dringend ändern. Man muss keine erschreckenden Erkenntnisse befürchten. Und genau darin liegt sein Erfolg. Eine Stimme für erschöpfte Zeiten Tolles Stimme stört seine Botschaft nicht. Sie ist die Botschaft: langsam, gedämpft
sabinebobert
12. Feb.3 Min. Lesezeit
Beziehung als Normierungsinstanz.Wenn Nähe nicht mehr frei ist
Beziehungen gelten als Gegenwelt zur Ordnung, als heiler Hort des Privaten. Man hofft auf sie als Heilungsort, weil sie endlich einen Raum bieten in dem man nicht mehr funktionieren muss. Doch diese Hoffnung trügt. Denn Beziehungen sind längst zu Normierungsinstanzen geworden. Nähe ist nicht mehr voraussetzungslos Es gab eine Zeit, in der Nähe noch unverfügbar und nicht planbar war. Sie war etwas, das geschah. Heute wird Nähe an Bedingungen geknüpft wie Reflexionsbereitschaft
sabinebobert
11. Feb.2 Min. Lesezeit
Leben ohne Erlösungsfigur. Wenn Gegner und der Kampf sterben
(aus meinem Buchprojekt: Posttraumatisch leben) Der erlösende Gegner Erlösungsfiguren sind selten so beschaffen wie man sie sich klischeehaft ausmalt. Sie kommen im Alltag nur selten als Guru, göttlich oder mit Heilsversprechen daher. Oft treten sie als Gegner auf. Damit meine ich jemanden, gegen den man lebt. Die unsichtbare Bindung Man glaubt von sich, man habe sich längst befreit, sei es von der Mutter, Systemen, Ideologien oder einem Täter. Erst viel später wird klar: Ich
sabinebobert
3. Feb.9 Min. Lesezeit
Herausgehen aus dem Betrogensein
Vier Essays vom Wahrnehmen hin zum Gehen (Aus meinem Buchprojekt: Beziehungen und Freundschaft) I. Die unerwünschte Frau Sie wird nicht verlassen, nicht am Anfang. Am Anfang wird sie nicht mehr gemeint . Der Mann ist noch da. Er sitzt mit ihr am Tisch. Er fährt mit ihr in den Urlaub. Er schläft neben ihr. Und doch ist etwas fort. Nicht sichtbar, nicht beweisbar, doch spürbar. Es ist noch nicht denkbar. Doch der Körper spürt: Etwas stimmt nicht mehr. Viele leise Signale sind s
sabinebobert
31. Jan.4 Min. Lesezeit
Ikonen als therapeutische Gegenkultur in einer ästhetisch attackierendenWelt
(Aus meinem Buchprojekt über Pavel Florenskijs Buch "Ikonostase" - ins Heute übertragen) Die sanfte Sprengkraft des Heiligen Es gibt Räume, in denen die Zeit auf Zehenspitzen geht. In denen selbst das Licht zu lauschen scheint. Eine Ikone steht in einer Fensternische. Sie mag nicht groß sein. Vielleicht zeigt sie nur ein gold umstrahltes Antlitz. Nicht einmal eine Kerze muss vor ihr entzündet sein. Doch dieser unscheinbare Gegenstand aus einer alten Welt besitzt eine therapeu
sabinebobert
24. Jan.4 Min. Lesezeit
bottom of page
