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Seliges Scheitern

  • 19. Sept. 2017
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Okt. 2021



Mystik ist das Ende des in Andere, ins Außen und in die Zukunft Verlagerns dessen, was ich schon bin. Positiv formuliert: Sie ist das Innewerden des grenzziehenden Prozesses und die Aneignung des bis dato Ausgegrenzten.


Im christlichen Rahmen formuliert: Sie ist die Aneignung des Potentials (Kraft- und Informationsfeldes) Jesu Christi, ein göttlicher Mensch zu sein:

a) sein Modell

b) seiner Energien bzw. Frequenzmuster.


Größtes physisches Problem auf dem Wege: ein zu schlecht ernährtes und trainiertes Hirn als Vermittler (Hardware-Defekte). Daher liegt die physische Hauptaufgabe neben Meditationsübungen in einem Neurogenese stark fördernden Lebensstil (Ernährung, Bewegung, Beziehungen, Konzentration, Renaturierung).


Mystik ist die Aneignung der unbekannten und abgewehrten Zonen, Mensch zu sein. Sie ist das Durchschreiten der Abwehrzonen, ihrer Nächte:

a) im kognitiven Erkennen (= Rücknahme der Abwehr)

b) im emotionalen Durchleben der Projektionen.


Hierzu sind besonders "Feinde" sinnvoll und ebenso - weil fast noch gefährlicher "Paradiese". Bei Paradiesen ist der Unwille noch stärker, diese Projektionen zurückzunehmen, denn hier fehlt der Leidensdruck. Feinde verteufeln wir. Paradiese idealisieren wir.

Dies entspricht der buddhistischen Aufgabe, Sympathien und Antipathien als Projektionen in sich zurückzunehmen.

Auf die Spitze getrieben heißt dies, auch "Götter" und "Teufel" aufzulösen, zu stürzen.


Liebe ist die Begegnung zwischen zwei phantasierenden Göttern (Projektionen) auf dem Weg, Mensch zu werden.


Statt Paradiese zu entwickeln, geht es um das Erschaffen des Leib-Seele-Geist-Kristalls (hier kurz: LSG genannt) und um ein klares Auskristallisieren im Alltag. Es geht um den möglichst dauerhaften Einklang zwischen

- gedachter

- gefühlter und

- verkörperter Persönlichkeit.


Exemplarisch zum Verinnerlichen dieses Einklangs üben wir in Mystik und Coaching die stündliche "Glückseligkeitshandlung" ein. In der Flow-Erfahrung, die wir damit stündlich erinnern, sind LSG harmonisch aufeinander eingestimmt, konfliktfrei zueinander. Sie behindern einander nicht. Und der LSG-Kristall wird durchlässig für unsere noch klareren Bewusstseinsanteile, die in der kirchlichen Mystik als "extern" von unserer derzeitigen Kulturstufe mystifiziert werden. Sie gehören aber zum gesunden Menschsein. Sie sind lebensnotwendig für ein erfülltes Leben.

Randbemerkung: Auch die "Glückseligkeitshandlung" kann zunächst noch eine Paradiesprojektion sein, ein ins Außen verlagertes Glück. Die (langfristige) Aufgabe ist hier, die stündliche Flow-Handlung als Anlass zu erkennen, das in sich persönlich schon immer vorhandene Glück nach Außen fließen zu lassen. Also ein Verschmelzungsakt mit dieser Glücksphantasie.


Entdeckung: die größten Sehnsüchte und die größten Ängste sind eins - coincidentia oppositorum (Zusammenfall der Gegensätze). Sie haben die selbe Wurzel. Sie sind nur polare Projektionen.


 
 
 

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